Spitzenlos Rundschleifen ist ein Bearbeitungsverfahren für die Zerspanung zylindrischer Außenflächen mit Spitzenlosen Rundschleifmaschinen. Die Werkstücke werden nicht zwischen Spitzen oder im Futter eingespannt, sondern werden durch die Schleifscheibe (blau, rechts im Bild), die Regelscheibe (braun, links im Bild) und die Führungsschiene (unterhalb des Werkstücks) geführt.
Schleifscheibe und Regelscheibe sind radial zum Werkstück verfahrbar. Im Idealfall geschieht dies auf unabhängigen Schlitten, so dass die Mitte des Werkstücks in seitlicher Richtung unverändert bleibt. Optimal ist eine Höhenverstellung der Führungsschiene per Servoachse, wie z.B. bei der Hochleistungs-Spitzenlose Rundschleifmaschine Ebert C-3070.
Die langsam drehende Regelscheibe versetzt das Werkstück in eine der eigenen Drehzahl entsprechende Rotation. Die Schleifscheibe dreht deutlich schneller und trägt das Material ab. Schleifscheibe, Regelscheibe und das Werkstück laufen jeweils im Gleichlauf zueinander.
Grundsätzlich sind zwei Varianten des spitzenlosen Rundschleifens zu unterscheiden:
Durchgangsschleifen
Beim Durchgangsschleifen ist die Regelscheibe deutlich geneigt und versetzt das Werkstück nicht nur in Rotation, sondern fördert es auch axial durch die Maschine. Es wird eine durchgehende zylindrische Kontur auf einem einzelnen Werkstück oder einem Werkstückstrang erzeugt. Soll Stangenmaterial bearbeitet werden, ist ein Satz aus zwei Stangentischen als Werkstückzu- und abführung notwendig, die das Werkstück führen und schon außerhalb der spitzenlosen Rundschleifmaschine in Rotation versetzen. Kurzteile können mit Stufenförderern, Bandförderern, Vibrationsförderern etc. zugeführt werden.

Spitzenloses Rundschleifen – Durchgangsverfahren
Einstechscheifen
Beim Einstechschleifen versetzt die Regelscheibe das Werkstück in Rotation, ohne dass eine Axialbewegung stattfindet. Die Schleifscheibe führt dann die Einstechbewegung in Richtung des Werkstücks aus und erzeugt das Negativ ihrer Kontur im Werkstück. Damit sind auch komplexere, nicht zylindrische Konturen zu erzeugen. Das Verfahren ist flexibler, aber i.A. auch langsamer und erfordert meist aufwändige Werkstückbeladevorrichtungen.

Spitzenloses Rundschleifen – Einstechverfahren
Entstehung der Rundheit beim spitzenlosen Rundschleifen
Als Grundlage für die Rundheitsbildung liegt das Werkstück gleichzeitig an der Schleifscheibe, an der Regelscheibe und auf der Führungsschiene. Die Schleifscheibe trägt Material ab, die Regelscheibe dient dem Antrieb und der Führung des Werkstücks, die Führungsschiene stellt die Lage des Werkstücks in der Maschine sicher. Insgesamt ergibt sich eine „Dreipunktauflage“.
Die Werkstückmitte liegt i.A. oberhalb der Spindelmitten.
Einstellparameter:
Spitzenlos Rundschleifen und Spitzenlose Rundschleifmaschinen 2
Spitzenlos Rundschleifen und Spitzenlose Rundschleifmaschinen 3
Spitzenlos Rundschleifen und Spitzenlose Rundschleifmaschinen 4
Spitzenlos Rundschleifen und Spitzenlose Rundschleifmaschinen 5